Shades of Grey – E.L. James

Inhalt

Sie ist 21, Literaturstudentin und in der Liebe nicht allzu erfahren. Doch dann lernt Ana Steele den reichen und ebenso unverschämt selbstbewussten wie attraktiven Unternehmer Christian Grey bei einem Interview für ihre Uni-Zeitung kennen. Und möchte ihn eigentlich schnellstmöglich wieder vergessen, denn die Begegnung mit ihm hat sie zutiefst verwirrt. Sosehr sie sich aber darum bemüht: Sie kommt von ihm nicht los. Christian führt Ana ein in eine dunkle, gefährliche Welt der Liebe – in eine Welt, vor der sie zurückschreckt und die sie doch mit unwiderstehlicher Kraft anzieht …

Mein Fazit

Zum wiederholten Mal habe ich „Shades of Grey“ gelesen. Und sehr passend zur Weltpremiere heute Abend, dachte ich mir, dass hier noch eine Rezension angebracht wäre.

Ana ist das typische Mädchen von nebenan. Freundlich, nett, unscheinbar und doch hübsch und wird bei jedem Kompliment rot. So ziemlich die meisten „Leseratten“ können sich mit ihr identifizieren, da sie eine Vorliebe für Historische Romane hat und auch Literatur studiert. Das macht sie auch gleichmal sehr sympathisch, obwohl ich gestehen muss, dass ich mich an Thomas Hardy noch nicht heran getraut habe. Sie zweifelt ständig an sich selbst und findet ihre Freundin Kate eigentlich viel schöner als sich. Manchen Lesern wurde dies anscheinend, wenn man den Rezensionen auf Amazon Glauben schenken darf, zu viel. Aber Mädels, mal ganz ehrlich, geht es uns nicht auch des Öfteren so, dass wir solche Gedankengegen haben?

Die erste Begegnung mit Christian ist wunderbar witzig, weil sie so tollpatschig ist und man beim Lesen gleich mal schmunzeln muss. Ich spreche hier aus Erfahrung…das hätte auch locker ich sein können.

Ich kann mich gut in sie hineinversetzen, wie unwohl sie sich bei dem Interview fühlt. Ich könnte so etwas auch nicht. Und dann noch dieser typisch „Noch-ein-Wort-und-ich-reiß-dir-die-Klamotten-vom-Leib-Blick“.  

Von Anfang an, wird aber klar, dass Christian magisch angezogen von Ana ist. Er sagt ihr mehrfach, dass sie sich von ihm fernhalten soll, aber immer wieder ist er es, der Kontakt zu ihr aufnimmt. Perfektes Beispiel hierfür ist, dass er nach dem Kaffee mit Ana zu ihr sagt, dass er nicht der Richtige für sie ist. Allerdings schickt er ihr ein paar Tage später die sündhaft teuren Erstausgaben mit einem Zitat, welches seine Aussage untermauern sollte. Ohne Bemühungen ihrerseits sucht er immer wieder ihre Nähe, ob im Baumarkt, im Cafe, mit Geschenken oder in der Bar.

Wie Christian es so exakt beschreibt, ist sein Geschmack sehr speziell. Und viele von uns haben sich auch vorher  sicherlich noch nicht mit Gedanken um SM oder Bondage gemacht. Da schließe ich mich mit ein.

Aber Ana gibt sich ihm, völlig unerfahren, mit Haut und Haaren hin. Hier muss ich sicherlich den meisten Lesern Recht geben, sehr unrealistisch, dass man nach seinem „Ersten Mal“ so unersättlich sein kann. Ich denke, dass wissen wir alle besser. Aber ich finde es ist kein Grund darüber zu schimpfen. Schließlich haben wir ja  mitbekommen, dass es sich hier um einen schwarzen Ritter, welcher sich unter einer schillernden, weißen Rüstung verbirgt, handelt. Also genießt das Gefühl mal in ein anderes Aschenputtel-Märchen einzutauchen und macht euch nicht Gedanken darüber, wie realitätsfern das jetzt alles ist. Schließlich findet man nicht durch Zufall mal einen Millionär auf der Straße.

Die Geschichte an sich ist immer wieder auf´s neue packend. Ich liebe die beiden. Es ist nicht immer einfach, da Christian so launenhaft ist. Und Ana wiederrum ist die Neugierde in Person und spricht manchmal Sachen aus, wo sich sicher manch ein Leser vor die Stirn gehauen hat und gedacht hat „Mensch Mädchen, es wäre besser jetzt nichts mehr zu sagen“.

Ana und Christian erleben einige schöne und auch romantische Sachen zusammen. Und sie taucht in seine dunkle Welt ein, die hinter seiner makellos schönen Fassade versteckt ist.

Immer wieder kann man lesen, wie ihr „Unterbewusstsein“ die meiste Zeit mit ihr tadelt und ihre „innere Göttin“ sie immer wieder dazu animiert, sich voll und ganz Christian hinzugeben und zu genießen. Das fand ich immer wieder sehr schön, weil es mal was ganz neues, erfrischendes war.

Außerdem hat ihre „innere Göttin“ immer mal wieder für Schmunzler beim Lesen gesorgt.

Was auch ziemlich toll gemacht ist, ist wie E.L. James die Mimik und Gestik der beiden beschreibt. Man hat ein deutliches Bild von beiden im Kopf. Ob es die zu Schlitzen verengten Augen von Christian sind, wenn er mal wieder wütend ist oder das Beißen auf der Lippe von Anastasia.

Und ich muss gestehen, jedes Mal wenn sie an ihrer Lippe gebissen hat, habe ich es ganz unbewusst ihr gleichgetan.

Das ganze findet seinen ganz eigenen, dramatischen Abschluss. Wie möchte ich dann lieber doch nicht verraten, nicht das ich hier noch spoilere.

Allerdings muss ich sagen, dass es mir erst jetzt aufgefallen ist, wie emotional Christian ist. Und Ana hat sich, wie sie es selbst so gut beschrieben hat, wie Ikarus die Flügel an der Sonne verbrannt.

E.L. James beendet alles mit einem klassischen Cliffhänger, sodass man am besten den zweiten Teil liegen haben muss um sofort weiter zu lesen.

Abschließend finde ich, dass es ein Buch ist, welches man immer und immer wieder lesen kann. Aber so ging es mir schon als kleines Mädchen mit Aschenputtel. Weiterhin muss ich sagen, schädigt das hier in keinster Weise die Emanzipation der Frauen. Viel mehr muss man sagen, dass man vielleicht mehr darüber nachdenkt, wie man mit seiner Sexualität umgeht und das eine Frau selbstbewusst und trotzdem immer noch die Prinzessin für ihren Ritter sein kann. Mädels macht mal einen tollen Mädelsabend und quatscht ruhig mal á la Sex and the city über Sex und alles was dazugehört. Dafür sind wir Frauen geworden.

Da es sehr passend ist und ich weiß, dass meine Followerin Silke so auf Zitate steht und sie „Shades of Grey“ immer noch nicht gelesen hat, komme ich zum finalen Höhepunkt:

“Warum sagtest du mir nicht,
dass von männlichen Wesen Gefahren drohen?
Warum warntest du mich nicht?
Die vornehmen Damen wissen,
wovor sie sich zu hüten haben,
weil sie Romane lesen,
die ihnen diese Schliche schildern.”

Thomas Hardy, Tess von den D´Urbvilles

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3 Kommentare zu “Shades of Grey – E.L. James

  1. Haha, die Followerin Silke bin ja vielleicht ich. 😉 Und nein, die Followerin Silke hat und WIRD es weder lesen noch schauen.
    Ich habe es natürlich in der Hand gehabt, damals, als der ganze Hype um dieses Buch losbrach. Ich glaube, das war 2010? Ich habe es, wie ich das mit Büchern so mache, willkürlich aufgeschlagen und mal hier, mal da reingelesen. Was ich immer wieder las, war die „innere Göttin“ und „Ana biss sich auf ihre Unterlippe“. Erst hielt ich es für einen Zufall und schaute genauer – auf mehr und mehr Seiten. Aber es blieb dabei. Immer wieder kam die Göttin und die Unterlippe. daraufhin legte ich es wieder weg. Und dann erinnerte ich mich, gelesen zu haben, dass dieses Buch im Ursprung eine Fanfiction zu Twilight war. Dass Christian und Ana im Kopf der Autorin ja eigentlich Edward und Bella waren. Und genau an dem Punkt entschied ich, es niemals zu lesen, auch dann nicht, wenn ich es für 0,50 in der Ramschkiste abgreifen kann. Denn in meinem Kopf werden das immer Bella und Edward sein und genau damit WILL ich nicht umgehen. Ich liebte an Biss ja gerade dieses Keusche, Biedere, Altbackene… NEIN! Ich lasse mir mein Twilight im Kopf nicht beflecken. Ich weiß aber, wie sehr du dich auf den Film freust, und deswegen wünsche ich dir und allen anderen, denen das ebenso geht, ganz viel Spaß im Kino!

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    • Es hat mit Twilight gar nichts mehr zu tun. Das war „Master of the Universe“. Das war das was sie als Fanfiction veröffentlicht hat. Ich liebe Bella und Edward total, aber daran denkt man im Buch gar nicht. Aber man merkt, dass sie genauso ein Fan war, weil Christian viele Charakterzüge hat, welche Edward ähneln. Dieses altbackene, höfliche. Na wir werden sehen, wie es im Film gemacht Ist. Ein Erfolg wird es allemal.

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  2. „Fifty Shades of Grey“ – Eine Rezension zu Buch und Film

    Ich las das Buch und war begeistert. Man muss über kleine Mängel im Schreibstil und über einige Wiederholungen hinwegsehen und es einfach genießen. Miss Steel in ihrer erfrischenden Naivität und Mr. Grey…was soll ich sagen?!? Die Erfüllung eines jeden Wunsches oder doch eher der fleischgewordene Frauenschwarm?
    Auf jeden Fall ist dieses Buch ein absolutes „must-have“ in jedem gut sortierten Bücherregal.
    Dann kam die Ankündigung der Verfilmung und ein Mega-hype brach aus. Meine Freundinnen und ich habe so etwa 14 Monate lang jeden noch so kleinen Artikel in jeder noch so unwichtigen Zeitschrift gegoogelt…wir haben uns wahnsinnig gefreut.

    Schon im Dezember 2014 ergatterten wir Karten für eine Abendvorstellung am 13.02.15.
    Mit 11 Mädels sind wir losgezogen, ganz aufgeregt wegen des Kommenden….

    Zuerst muss gesagt werden das Jamie Dornan ein echter Hingucker ist. Optisch passt er super zu der Rolle des Mr. Grey. Auch Dakota Johnson als Anastasia Steel ist eine klasse Besetzung.
    Der Film geht sehr gut los…Interview, Baumarkt, Fotoshooting…

    Und dann flacht das ganze ungemein ab. Jamie Dornan verliert an Ausdrucksstärke, die Geschichte wird wahnsinnig rasant erzählt.

    Ich will mich jetzt nicht zu lange über die Mängel des Films auslassen. Das wäre unfair. Denn man muss sich einige Umstände den Film betreffend vor Augen halten, die verursachen, dass es kein Oscaranwärter werden konnte.
    Jamie Dornan war für die Hauptroll nur die dritte Wahl. Sowohl Robert Pattinson als auch Matt Bloomer sagten ab. Also musste das Armani-Model herhalten und hat sich dafür echt gut geschlagen.
    E.L. James hatte am Set mindestens genauso viel zu sagen wie Regisseurin Sam Taylor Johnson. Das war sicher keine gute Idee. Man sollte Autoren Bücher schreiben, und Regisseure Filme drehen lassen. Viele Köche verderben am Ende den Brei.
    Dann waren da noch die Erwartungen…oh mein Gott. Was haben denn alle gedacht? Das Buch lebt von den Dialogen zwischen Ana und ihrer inneren Göttin. Wie bitte sollte das umgesetzt werden? Mr. Grey wird in den schillerndsten Farben beschrieben und jeder Leser konnte seiner Fantasie freien Lauf lassen….das ist doch gerade das Schöne und Kostbare am Lesen. Bekommen wir nun einen Mimen vorgesetzt, beraubt man uns dieser Möglichkeit der Illusion. Dessen sollte sich jeder bewusst sein der sich im Kino eine Filmadaption anschaut. Noch dazu bei einem so populären Buch wie „Fifty Shades of grey“.

    Ich vergebe hier ungerne Sternchen weil dieser Film kaum objektiv bewertet werden kann. Dafür gehen die angesprochenen Themen zu weit in die Intimsphäre der Menschen…

    Aus meiner subjektiven Ecke heraus, und ich Rücksprache mit meiner inneren Göttin die Jamie Dornan nahezu anschmachtet, gebe ich 3,5 von 5 Sternen….Aber jeder sollte den Streifen gesehen haben, schon allein um mitzureden.

    Gefällt 1 Person

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